Servicestelle: Kommunlaer Klimaschutz

Servicestelle: Kommunlaer Klimaschutz

Deutsches Institut für Urbanistik

Servicestelle: Kommunlaer Klimaschutz

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Die BMU Klimaschutzinitiative

Rathaus Zehlendorf in Berlin wird CO2-neutral

Bundesumweltministerium fördert energetische Sanierung

Mit der Sanierung des historischen Gebäudes in Berlin Zehlendorf sollen der Wärmeverbrauch um 87 Prozent und der Strombedarf um 47 Prozent verringert werden. Der verbleibende Energiebedarf wird weitgehend durch erneuerbare Energien gedeckt. Damit können pro Jahr mehr als 1.000 Tonnen klimaschädliche Treibhausgase eingespart werden. Und damit sind auch die Bedingungen erfüllt, um als Modellprojekt im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative vom Bundesumweltministerium gefördert zu werden. Denn dafür müssen die CO2-Emissionen um mindestens 70 Prozent reduziert oder die Höchstwerte der endenergiebezogenen CO2-Emissionen für einen entsprechenden Neubau nach Energieeinsparverordnung (EnEV) um mindestens 60 Prozent unterschritten werden. Mindestens die Hälfte der Einsparungen muss durch verfügbare Effizienztechnologien und Energieeinsparmaßnahmen erreicht werden. Uwe Stäglin, Bezirksstadtrat für die Abteilung Bauen, Stadtplanung und Naturschutz aus dem Bezirk Steglitz-Zehlendorf freut sich, dass das eingereichte Sanierungskonzept alle Bedingungen für eine Förderung erfüllen konnte: „Jetzt steht uns bis August 2014, wenn alles fertig umgebaut sein soll, jede Menge Arbeit bevor.“

Klimaschutz und Denkmalschutz
Das Rathaus Zehlendorf besteht aus einem Gebäudekomplex, der sich aus fünf teilweise sehr unterschiedlichen Gebäudeteilen zusammensetzt. Mit einer Bruttogeschossfläche von rund 20.000 Quadratmetern handelt es sich um ein vergleichsweise großes Bauwerk. Ein Teil des Gebäudes steht unter Denkmalschutz. Die geplante Sanierung ist daher nicht nur ein Vorzeigeobjekt für Passivhaustechniken, sondern macht auch deutlich, dass eine energetische Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden mit Auflagen des Denkmalschutzes möglich ist. Obgleich laut Förderrichtlinie Ausnahmeregelungen möglich gewesen wären, konnten die für die Förderung notwendigen CO2-Einsparungen sowie der Einsatz von Effizienztechnologien und Energieeinsparmaßnahmen trotz Denkmalschutz mit entsprechenden Auflagen erfüllt werden.

Um als Modellprojekt mit dem Leitbild der CO2-Neutralität zu gelten, muss mit der Sanierung einhergehend der Ausstoß von Treibhausgasen weitgehend vermieden und in vorbildlicher, innovativer Weise die Anwendung verfügbarer hocheffizienter Technologien und erneuerbarer Energien demonstriert werden. Für einen solchen Ansatz bieten sich in Zehlendorf gute Voraussetzungen, denn der gesamte Gebäudekomplex ist bauphysikalisch recht verbesserungswürdig. So fehlt an der Gebäudehülle jegliche Wärmedämmung, die Fenster sind zum Teil nur einfach verglast, die Rahmen teilweise renovierungsbedürftig, verzogen und undicht. Die ermittelten Wärmeverbräuche liegen zwischen 190 und 400 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Die Heizungsanlage verfügt über einen mit Erdgas befeuerten Kessel, der nicht im Brennwert-Modus betrieben werden kann.

Als erste Maßnahme wird daher in einem integralen Planungsprozess ein energetisch und wirtschaftlich optimiertes Energiekonzept entwickelt. Dem schließt sich die Bauausführungsplanung an, die bautechnische Wärmedämmmaßnahmen, Lüftungstechnik, Gebäudeautomation und Energieversorgung berücksichtigt. Durch innovative Dämmstoffe, neue Isolierfenster und weitere Maßnahmen soll der jährliche Wärmebedarf des Rathauses von derzeit durchschnittlich 236 Kilowattstunden pro Quadratmeter auf ca. 23,4 Kilowattstunden pro Quadratmeter reduziert werden. Eine Solarthermie- und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes werden künftig zur Wärme- und Stromversorgung beitragen. Für eine optimale Systemkonfiguration sorgt der Einsatz von Energiespeichersystemen, wie Wärmespeicher und Wärmepumpe.

Nachhaltigkeit groß geschrieben
Sowohl bei der Planung als auch bei der Bauausführung wird großer Wert auf die Berücksichtigung von Kriterien der Nachhaltigkeit gelegt. Dies betrifft zum einen die Auswahl der Baumaterialien nach Aspekten ihrer Umweltverträglichkeit und ihrer ökologischen Rucksäcke. Zum anderen wurden und werden die zukünftigen Nutzer und ihre Bedürfnisse von Beginn an in das Projekt miteinbezogen. Ziel ist es, eine herausragende Klimaschutzmaßnahme gemeinsam mit den Beschäftigten im öffentlichen Bereich umzusetzen. Dabei können wichtige Erfahrungen gesammelt werden, wie man die Beschäftigten mit dem Thema Klimaschutz konfrontiert und sie zu einer möglichst aktiven Beteiligung an Entscheidungsprozessen motiviert.

Um den Modellcharakter der vorbildlichen energetischen Sanierung auch in der öffentlichkeit herauszustellen, also als Multiplikator zu wirken, ist eine entsprechende Informations- und öffentlichkeitsarbeit vorgesehen. Auch dies gehört zu den Anforderungen, um eine Förderung durch das BMU als Modellprojekt zu erhalten.

Weitere Fördergelder genutzt
An der Finanzierung der Gebäudesanierung beteiligt sich auch die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz. Sie stellt Gelder zur Verfügung, die aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) stammen. Norbert Kopp, Bezirksbürgermeister von Steglitz-Zehlendorf: „Ohne die Förderzusage des Bundesumweltministeriums und die Unterstützung der Berliner Senatsverwaltung, wäre die Umsetzung eines solchen Projektes für uns kaum möglich gewesen.“

Ansprechpartner: Matthias Heise (Leiter Büro Bezirksbürgermeister)
Telefon: 90299-3202
E-Mail: matthias.heise@ba-sz.berlin.de

Basis für die Förderung von Klimaschutzmaßnahmen ist die vom Bundesumweltministerium erlassene „Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzprojekten in sozialen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen im Rahmen der Klimaschutzinitiative“.

Bitte beachten Sie, dass sich durch Novellierungen der Richtlinie teilweise Änderungen im Hinblick auf die Förderbedingungen ergeben haben.

Bei Fragen wenden Sie sich gern an:
„Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz“ beim Deutschen Institut für Urbanistik
Telefon: 0221 34030815
E-Mail: kontakt@kommunaler-klimaschutz.de
Internet: http://www.kommunaler-klimaschutz.de

© Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz beim Difu (April 2010)

 
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