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Langfristig mehr Energie erzeugen als verbrauchen
Bundesumweltministerium fördert Erstellung eines Klimaschutz-Teilkonzepts von acht Kommunen im Aller-Leine-Tal
„Am 11. März ist der Bewilligungsbescheid vom Bundesumweltministerium (BMU) bei uns eingegangen. Dank dieser Unterstützung sind die acht Kommunen im Aller-Leine-Tal auf ihrem Weg zur „Plus-EnergieRegion“ einen großen Schritt vorangekommen“, freut sich Cort-Brün Voige, Bürgermeister der Samtgemeinde Rethem.
Das gemeinsam von den acht (Samt)Gemeinden erklärte Ziel, „Plus-EnergieRegion“ zu werden, heißt, sozial verträglich und in Einklang mit Einwohnern und Landschaft mehr Energie vor Ort zu erzeugen, als verbraucht wird. Das „Plus“ kann dann an andere, vor allem städtische Regionen weitergegeben werden. Einen wichtigen Beitrag zur Erreichung dieses Ziels leistet die kontinuierliche Senkung des Energiebedarfs der Region durch die weitere Ausschöpfung von Energiesparpotenzialen und durch eine Steigerung der Energieeffizienz. Die zahlreichen kommunalen Liegenschaften der acht Gemeinden bieten hierzu ein großes, bislang ungenutztes Potenzial.
Ambitionierter Maßnahmenkatalog
Zur Erschließung dieses Potenzials wird das geplante Klimaschutz-Teilkonzept eine fundierte Grundlage schaffen und geeignete Maßnahmen zur Energieeinsparung in kommunalen Gebäuden aufzeigen. Das Konzept hat einen umfassenden Ansatz. Es werden sowohl die Bereiche Heizung, Strom, Wasser, Gebäudetechnik als auch Verhaltensänderungen der Nutzer (Mitarbeiter, Hausmeister, Schüler, Lehrer) berücksichtigt. Bei der stattlichen Zahl von 92 einzubeziehenden Gebäuden, ist mit enormen Einsparmöglichkeiten zu rechnen. Darüber hinaus soll für einen Großteil der Einrichtungen gleichzeitig ein integriertes Wärmenutzungskonzept entwickelt werden, das die Umstellung der Wärmeversorgung auf regenerative Energieträger und/oder die Nutzung von Abwärme prüft. Damit kann zusätzliches Potenzial zur Emissionsminderung erschlossen werden. Selbstverständlich finden bei allen Maßnahmen Aspekte der Versorgungssicherheit und der Wirtschaftlichkeit Berücksichtigung.
Synergien nutzen – Kosten sparen
Durch den Zusammenschluss kommen auch vier Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern in den Genuss der Fördermittel. Bürgermeister Voige: „Insgesamt hat das Aller-Leine-Tal über 75 000 Einwohner und über 866 Quadratkilometer Fläche – damit erfüllen wir mühelos die Bedingungen des Bundesumweltministeriums, um gefördert zu werden. Allein hätte es für vier (Samt) Gemeinden von uns nicht gereicht, und zwei weitere Gemeinden liegen auch nur knapp über der geforderten Mindesteinwohnerzahl von 10.000.“
Doch der gemeinsame Auftritt bietet noch weitere Vorteile. Die hohe Zahl der zu untersuchenden Gebäude ermöglicht schon bei der Konzepterstellung umfangreiche Synergieeffekte und Kosteneinsparungen. So ist beispielsweise nur eine Ausschreibung nötig, gleichzeitig bieten sich übergreifende Handlungsansätze und Maßnahmen für alle Gebäude oder bestimmte Gebäudetypen wie z.B. Schulen oder Rathäuser an. Darüber hinaus können bereits im Konzept weitere personelle und finanzielle Synergieeffekte für die kooperative Umsetzung der Maßnahmen aufgezeigt werden. Die gemeinsame Betrachtung einer großen Anzahl öffentlicher Einrichtungen in der gesamten Region schafft eine vergleichbare Grundlage für Maßnahmen an verschiedenen Gebäuden. Dies erleichtert es den Kommunen, Prioritäten bei der Umsetzung der Maßnahmen zu setzen.
Die fachliche Erarbeitung des Klimaschutz-Teilkonzepts wird an ein externes Ingenieurbüro vergeben. Stellvertretend für die acht Kommunen übernimmt die Samtgemeinde Rethem/Aller die Koordination und Projektleitung, zur Durchführung des Vorhabens haben die beteiligten Gemeinden eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen.
Vorbild sein
Da alle acht Kommunen des Aller-Leine-Tals an „einem Strang ziehen“, nehmen sie in Sachen Energiesparen und Nutzung erneuerbarer Energien eine Vorbildfunktion für benachbarte Kommunen, für Privatwirtschaft und Bevölkerung ein. Dabei gewährleistet gerade auch die Einbeziehung zahlreicher kommunaler Einrichtungen mit Publikumsverkehr eine große Breitenwirkung: In Rathäusern, Kindergärten, Kindertagesstätten, Schulen, Feuerwehrhäusern, Bauhöfen, Büchereien, Veranstaltungshallen und Sportstätten können viele verschiedene Zielgruppen auf das Thema Klimaschutz aufmerksam gemacht werden. Geplant sind hier beispielsweise Schaukästen, die über die Energieeinsparungen an den einzelnen Standorten informieren. Kinder und Jugendliche sollen möglichst direkt an den Energieeffizienzmaßnahmen in Kindergärten und Schulen beteiligt werden.
Und so geht es weiter
Für die Erstellung des Klimaschutz-Teilkonzepts ist ein Zeitraum von einem Jahr vorgesehen. Damit soll das Konzept Ende Dezember 2009 vorliegen. Im Anschluss daran ist geplant, die Umsetzung durch einen Klimaschutzmanager zu begleiten. Auch hierzu können grundsätzlich, laut Informationen der „Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz" beim Deutschen Institut für Urbanistik, wiederum Fördermittel vom BMU beantragt werden – über den Förderbaustein „Beratende Begleitung bei der Umsetzung von Klimaschutzkonzepten und Teilkonzepten“.
Hintergrundinformationen
Die Samtgemeinden Ahlden, Schwarmstedt und Rethem/Aller arbeiten bereits seit 1995 eng zusammen. Seit 2001 sind auch die Kommunen Dörverden, Hambühren, Kirchlinteln, Wietze und Winsen/Aller aus zwei Nachbarlandkreisen mit im Boot. Die Zusammenarbeit der acht Kommunen sowie die Kooperation mit Partnern aus Wirtschaft und Bürgerschaft hat sich unter dem Regionsnamen Aller-Leine-Tal inzwischen fest etabliert.
Ansprechpartner:
Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige,
Telefon: 05165/9898-13, E-Mail: voige@rethem.de
Basis für die Förderung von Klimaschutzmaßnahmen ist die vom Bundesumweltministerium erlassene „Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzprojekten in sozialen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen im Rahmen der Klimaschutzinitiative“.
Bitte beachten Sie, dass sich durch Novellierungen der Richtlinie teilweise Änderungen im Hinblick auf die Förderbedingungen ergeben haben.
Bei Fragen wenden Sie sich gern an:
„Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz" beim Deutschen Institut für Urbanistik
Telefon: 0221 34030815
E-Mail: kontakt@kommunaler-klimaschutz.de
Internet: www.kommunaler-klimaschutz.de.
© Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz beim Difu (März 2009)






