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Unterstützung für Hannoversche Schulen, um Klima und Kassen zu schonen

Bundesumweltministerium fördert beratende Begleitung bei der Weiterführung und Ausweitung von Energiesparprojekt

Blick ins Plenum. Copyright: Landeshauptstadt HannoverDie Landeshauptstadt Hannover frischt ihr erfolgreiches Energiesparprojekt an Schulen auf. Handfeste Unterstützung bekommt sie dabei durch ein externes Beratungsbüro. Die anfallenden Personal- und Sachkosten für diese fachliche und praktische Begleitung übernimmt anteilig das Bundesumweltministerium (BMU) im Rahmen des Förderprogramms für Klimaschutzprojekte in sozialen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen. Damit will das BMU gezielt Energiesparmodelle an Schulen fördern.

Gemeinsam Energie sparen
Schüler/innen der Helene-Lange-Schule messen die Beleuchtungsstärke. Copyright: Landeshauptstadt HannoverBereits 1994 startete die Stadt Hannover als Schulträger ein Projekt, an dem sich zunächst 14 Schulen beteiligten, um durch bewussten Umgang mit Strom und Wärme den Energieverbrauch und somit den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen zu senken. Von den eingesparten Kosten profitierten die Schulen ebenso wie die Stadt. Aufgrund von Schulreformen, Lehrerwechseln, veränderten Arbeitsbedingungen der Hausmeister sowie Gebäudesanierungen war eine Überarbeitung des Konzepts nach fast 15 Jahren erfolgreicher Laufzeit notwendig. Aufbauend auf den bisherigen Erfahrungen und angepasst an die neuen Bedingungen entstand so 2008 eine Neuauflage, die auf 20 neue Schulen übertragen wurde. Damit ist die Zahl der Energiesparschulen inzwischen auf insgesamt 94 gestiegen. Das sind 80 Prozent der Schulen in Hannover. Das Energiesparprojekt bildet einen wichtigen Baustein im städtischen Klimaaktionsprogramm „Klima-Allianz 2020“.

Wie im Vorgängerprojekt bilden auch aktuell Teams aus Schülern, Lehrern und Hausmeistern an jeder Schule eine „Gruppe schulinternes Energiemanagement“ (GSE). Die Mitglieder dieser Gruppen sind jeweils Hauptansprechpartner für das externe „Klimaschutzmanagement“, das die Schule betreut. Gemeinsam mit den Hausmeistern und ausgewählten Lehrern verschafft es sich vor Ort einen Überblick über Energieversorgung, Ausstattung, Gebäudezustand und eventuelle Mängel. Zum Projektstart wird ebenfalls die Einstellung der Heizanlage überprüft. Sind Vorlauftemperatur, Nacht- und Wochenendabsenkung und Taktzeitfrequenz optimal eingestellt?

Schüler/innen der GS Salzmannstraße beim Messen des Stromverbrauches. Copyright: Landeshausptstadt HannoverIn einem zweiten Schritt nehmen alle Schülerinnen und Schüler der jeweiligen Schule an einem speziellen Energie-Rundgang teil. Hier lernen sie hautnah die Energieversorgung und den Energieverbrauch ihrer Schule kennen. Anschließend führen sie selbst Messungen zu Raumtemperatur und -beleuchtung sowie zum Stromverbrauch einzelner Geräte durch. Dabei sollen „Energielecks“ aufgedeckt werden, die es in Zukunft zu kitten gilt: Das sind zum Beispiel kaputte Heizkörperventile, offen stehende Fenster oder ungenutzte Geräte im Standby-Modus.

Auf der Basis dieser Vor-Ort-Begehungen und des Erfahrungsaustauschs entwickeln die Projekteilnehmer gemeinsam weitere geeignete Maßnahmen, um den Energieverbrauch in jeder einzelnen Schule zu reduzieren. Dazu gehört zum Beispiel, wie Schüler, Lehrer und Hausmeister durch bedarfsgerechtes Heizen und Beleuchten sowie Stoßlüften der Klassenräume unnötige Emissionen und Energiekosten einsparen können.

Motivation durch ein finanzielles Anreizsystem
Zunächst wurde ein Prämiensystem aufgestellt, bei dem die Schulen mit einer 30-prozentigen Beteiligung an der Kostenersparnis belohnt wurden. 40 Prozent wurden in weitere energetische Sanierungsmaßnahmen an den Gebäuden investiert und die übrigen 30 Prozent kamen dem Haushalt der Stadt Hannover zugute. Unter Mitwirkung der Betroffenen wird ab 2010 die bisherige starre 30-prozentige Beteiligung an die Veränderungen im Schulalltag angepasst. Denn es hat sich herausgestellt, dass aufgrund der Vielzahl der Veränderungen mit zum Teil gegenläufigen Auswirkungen auf den Energieverbrauch die Erfolge des verhaltensbedingten Energiesparens nicht immer korrekt am Zähler ablesbar sind. Der rechnerische Aufwand, um zum Beispiel die Auswirkung eines Mensaneubaus bei gleichzeitigem Beginn eines Energiesparprojekts gegenzurechnen ist enorm und im Ergebnis für die Teilnehmer nicht sofort nachvollziehbar. Daher wurde folgendes zweistufiges Anreizsystem entwickelt: Die Schulen erhalten einen verlässlichen Basis-Bonus in Höhe von zwei Euro pro Schüler/in, wenn sie Energiesparmaßnahmen nachweisen. Darüber hinaus können Schulen sich mit besonderen Aktivitäten um eine zusätzliche Leistungsprämie bewerben.

Das „Klimaschutzmanagement“ rechnet ab
Die GSE-Gruppe der Realschule Misburg präsentiert ihre Teilnahmeurkunden. Copyright: Landeshauptstadt HannoverNach dem Projektstart 2008 standen die externen Berater den teilnehmenden Schulen ein Jahr lang intensiv vor Ort zur Seite. Danach führen sie bei Bedarf erneute Schulungen zur Auffrischung der GSE durch und ermöglichen gegenseitige Rückmeldungen. Sie dokumentieren und überprüfen die Maßnahmen und die Ergebnisse. Die Förderung dieser durch das BMU geförderten beratenden Begleitung ist auf maximal drei Jahre begrenzt. Einmal im Jahr ist „Zahltag“, dann werden für die teilnehmenden Schulen die Energie- und Kosteneinsparungen ausgewertet und die Prämien berechnet. Spätestens zu diesem Zeitpunkt zeigt sich, wie sehr sich Klima und Kassen freuen können.

Wirtschafts- und Umweltdezernent Hans Mönninghoff baut auf das Energiesparprojekt: „Das Hannoversche Energiesparprojekt hat sich bereits in der Vergangenheit bewährt und wurde sogar auf Kindertagesstätten (Klik – Klimaschutz in Kitas) sowie auf die Stadtverwaltung (Tatort Büro – Energie und Wasser sparen in der Stadtverwaltung) übertragen. Aber der Erfolg der Neukonzeption übertrifft unsere Erwartungen. Obwohl die Schulen erst im Herbst angefangen haben, haben sie bereits nach wenigen Monaten durchschnittlich 6 Prozent Wärme und 3 Prozent Strom für Gesamtkosten in Höhe von 96.000 € eingespart. Daher bieten wir in diesem Jahr eine intensive  Projektauffrischung für bereits bestehende Energiesparschulen mit Komponenten aus der Neukonzeption an.“

Klimaschutz im Unterricht
Neben einer Reduzierung von CO2-Emissionen und Energiekosten zielt das Projekt ebenfalls darauf ab, die Schülerinnen und Schüler als Verbraucher von morgen und als Multiplikatoren für klimaschützendes Verhalten zu sensibilisieren. Auch dies gehört zu den Aufgaben der externen Berater. So unterstützen sie die Lehrkräfte dabei, das Energiesparprojekt pädagogisch aufzubereiten. Durch Plakat-Malaktionen, Projekttage bzw. eine Energiesparwoche und Schulungen einzelner Energie-Verantwortlicher in den Klassen sollen die Schülerinnen und Schüler für das Klimaschutzprojekt begeistert werden. Auf Informationsveranstaltungen werden erste Ergebnisse präsentiert. Schulübergreifende Treffen fördern einen fruchtbaren Erfahrungsaustausch.

Ansprechpartnerin: Regine Bethke-Wittke
Telefon: 0511/168-42600
E-Mail: 19.14@Hannover-Stadt.de

Basis für die Förderung von Klimaschutzmaßnahmen ist die vom Bundesumweltministerium erlassene „Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzprojekten in sozialen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen im Rahmen der Klimaschutzinitiative“.

Bitte beachten Sie, dass sich durch Novellierungen der Richtlinie teilweise Änderungen im Hinblick auf die Förderbedingungen ergeben haben.

Bei Fragen wenden Sie sich gern an:
„Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz" beim Deutschen Institut für Urbanistik
Telefon: 0221 34030815
E-Mail: kontakt@kommunaler-klimaschutz.de
Internet: www.kommunaler-klimaschutz.de.

© Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz beim Difu (Mai 2010)



 
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