Preisträgerin beim Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz 2009“
Kategorie 1
„Innovative technische und/oder bauliche Maßnahmen für den Klimaschutz in kommunalen Gebäuden und Einrichtungen“
Stadt Marburg (Hessen): „Neubau der Kinderkrippe Marbach“
Die Universitätsstadt Marburg erhielt die Auszeichnung für den Bau der Kinderkrippe Marbach, mit dem die Stadt ein Vorbildprojekt für die Kombination von hoher Energieeffizienz und der Nutzung erneuerbarer Energien geschaffen hat.
CO2-Emissionswerte um 87,5 Prozent gesenkt
Die im letzten Jahr errichtete Kinderkrippe in Marbach erfüllt alle Kriterien der Passivhausbauweise. Um auch den minimierten Heizenergiebedarf durch regenerative Energieträger zu decken, wurde eine solarunterstützte Pelletheizung installiert. Jeder der vier Gruppenräume verfügt über ein separates Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung, das über Luftqualitätssensoren optimal gesteuert wird. Abgerundet wurde das energetische Gebäudekonzept durch kindergerechte Elemente: der Garten ist aus dem Obergeschoss über eine zweiläufige Treppenanlage mit integrierter Röhrenrutsche erreichbar, in den Schlafräumen sorgen dimmbare Beleuchtungen und separate, geräuscharme Lüftungsgeräte für eine ruhige und angenehme Atmosphäre. Mit der Kinderkrippe Marbach ist es gelungen, ein Projekt zu realisieren, das die CO2-Emissionswerte um 87,5 Prozent senkt. Trotz der höheren Erstellungskosten durch den verbesserten Dämmstandard reduzieren sich die Lebenszykluskosten des Gebäudes. Damit ist auch eine langfristige Wirtschaftlichkeit des Projekts gewährleistet.
Solarkrippe als „Pilotprojekt“
Die Nutzung von Solarenergie steht im Zusammenhang mit dem Entwurf der „Satzung der Universitätsstadt Marburg zur verbindlichen Nutzung der Solarenergie in Gebäuden“, der so genannten Solarsatzung. Damit soll in Zukunft sichergestellt werden, dass solare Energiegewinnung Eingang in die Planung von Wohnungsbauvorhaben und gewerblichen Bauvorhaben findet. Mit dem Einsatz von Solarenergie in diesem und weiteren kommunalen Gebäuden will Marburg mit gutem Beispiel vorangehen. Ein weiterer Aspekt, der bei der Umsetzung der Kinderkrippe eine zentrale Rolle gespielt hat, ist die Mitgliedschaft der Stadt Marburg im „BioRegio-Projekt Holz Lahn“. Ziel dieses Projekts ist die Gewinnung von Raumwärme auf biologischer Basis, um den ständig steigenden Kohlendioxydwerten unserer Atmosphäre wirksam zu begegnen.
Video-Kurzportrait, Dauer: 04:35 Minuten, Format: Flash
Verwendung des Preisgeldes
Laut Wettbewerbsregeln müssen die Gewinner das Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro wieder in die Umsetzung von Klimaschutz-Vorhaben investieren. Bürgermeister Dr. Franz Kahle dazu: „Der Preis bestätigt nicht nur das bisherige Engagement unserer Stadt im Klimaschutz, sondern ermöglicht auch unsere nächsten Klimaschutz-Projekte.“ Dabei handelt es sich zum einen um eine „Fahrrad-Umweltprämie“ für Marburger Bürgerinnen und Bürger, die sich ein neues Stadtfahrrad oder ein Elektrofahrrad anschaffen. Zum anderen soll ein städtisches Fahrradverleihsystem eingerichtet und die Erprobung von Elektrofahrrädern ermöglicht werden. Ein weiterer Teil des Preisgeldes soll in eine „Elektrogeräte-Umweltprämie“ investiert werden. Gefördert wird der Kauf von besonders energiesparenden Elektrogeräten für private Haushalte bei nachgewiesener Entsorgung der Altgeräte.
Ansprechpartner:
Peter Wagner
Energiebeauftragter der Stadt Marburg
06421/201673
peter.wagner@marburg-stadt.de






