Preisträgerin beim Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz 2009“
Kategorie 3
„Erfolgreich umgesetzte, innovative Aktionen zur Beteiligung und Motivation der Bevölkerung bei der Realisierung von Klimaschutzmaßnahmen“
Stadt Tübingen (Baden-Württemberg): „Tübingen macht blau – 10 % weniger CO2 bis 2010“
Die Universitätsstadt erhielt die Auszeichnung für ihre umfassende Kampagne „Tübingen macht blau – 10 % weniger CO2 bis 2010“, durch die alle Bürgerinnen und Bürger aktiv zum Klimaschutz aufgerufen werden.
Darum ist Tübinger Klimaschutz blau
2007 hat sich die Stadt Tübingen zum Ziel gesetzt, ihren CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2020 auf drei Tonnen pro Kopf und Jahr zu senken. Dazu startete sie eine Klimaschutz-Offensive, zu der unter anderem die Kampagne „Tübingen macht blau – 10 % weniger CO2 bis 2010“ gehört. 2008 verteilte die Stadt Tipps an alle Haushalte, wie jeder Einzelne einen Beitrag für einen blauen Himmel über Tübingen leisten kann. Es folgten Informationen auf einer eigenen Internetseite und auf Veranstaltungen. Der provokante Slogan der Kampagne soll nicht etwa zum Schwänzen animieren, sondern mit der Farbe blau positive Assoziationen zum Klimaschutz hervorrufen. Zum Beispiel mit gut isolierten, blau markierten Gebäudeteilen in Thermografieaufnahmen, mit dem „Blauen Engel“ für umweltfreundliche Produkte oder mit blau schimmernden Photovoltaikanlagen. Tatsächlich blaumachen dürfen dagegen die CO2-Verursacher im Haushalt. So sollen nicht genutzte Elektrogeräte statt im Standby-Modus vollständig ausgeschaltet sein, Heizungspumpen nur bei Bedarf arbeiten und Autos mit anderen geteilt oder stehengelassen und durch den Öffentlichen Personennahverkehr ersetzt werden.
Die ganze Stadt bekennt Farbe
Bei der Kampagne kann die Stadt auf viele Kooperationspartner zählen, darunter die Stadtwerke Tübingen und die Agentur für Klimaschutz. Die Vereinigten Lichtspiele Tübingen organisierten Klimafilmtage, die Volkshochschule bot eine Vortragsreihe an und der Reitverein baute bei einem Springturnier ein „blaues Hindernis“ auf. Neben vielen theoretischen Tipps bot die Kampagne auch Mitmachaktionen für die Bevölkerung, wie einen Spritsparkurs bei einer Tübinger Fahrschule und die Fotoaktion „Gib dem Klimaschutz ein Gesicht“. Passanten standen mit Klimaschutz-Utensilien, wie Energiesparlampen und Steckerleisten mit Hauptschaltern für den Klimaschutz Modell und fanden sich später auf Flyern und Plakaten der Kampagne wieder. Unter dem Motto „Tübingen isst klimafreundlich“ wurde zu einem regionalen Frühstück und Mittagessen ins Rathaus eingeladen. Als praktische Unterstützung bei der Einsparung von CO2-Emissionen stellt Tübingen kostenlos städtische Dächer für Photovoltaikanlagen bereit, die von Bürgerbeteiligungsgesellschaften betrieben werden können. Für Autofahrerinnen und -fahrer hat die Stadt den „Tübinger Klimapass“ entwickelt, der von Autohäusern ausgestellt wird. Der CO2-Ausstoß wird dabei mit einer Farbskala visualisiert. Natürlich ist die beste Klasse blau – wie alles Klimafreundliche in Tübingen.
Video-Kurzportrait, Dauer: 05:16 Minuten, Format: Flash
Verwendung des Preisgeldes
Laut Wettbewerbsregeln müssen die Gewinner das Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro wieder in die Umsetzung von Klimaschutz-Vorhaben investieren. Dazu Oberbürgermeister Boris Palmer: „Mit dem Preisgeld ist die Finanzierung unserer erfolgreichen Kampagne auch im Jahr 2010 gesichert.“
Ansprechpartnerin:
Sabine Schmincke
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Universitätsstadt Tübingen
07071/2041500
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