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Preisträgerin beim Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz 2009“
Kategorie 2 „Innovative und vorbildliche Strategien zur Umsetzung des kommunalen Klimaschutzes“
Gemeinde Morbach (Rheinland-Pfalz): „Mit Energie Zukunft gestalten: Der Morbacher Weg zur energieautarken Kommune“
Morbach erhielt die Auszeichnung für den umfassenden strategischen Ansatz, mit dem die Gemeinde ihr Ziel, bis 2020 energieautark zu werden, erreichen möchte. Mit drei Bausteinen zum Ziel
Um das gesetzte Ziel zu erreichen, hat Morbach eine Strategie entwickelt, die aus den drei Bausteinen Leitbild, Energielandschaft und Energietourismus besteht. Von Beginn an wurden viele Akteure einbezogen, so sind Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Bevölkerung ein Teil der Morbacher Strategie und tragen zu ihrem Erfolg bei. Das 2008 vom Gemeinderat beschlossene Morbacher Leitbild strebt neben der Energieautarkie bis zum Jahr 2020 auch an, den CO2-Ausstoß bis zu diesem Zeitpunkt, gemessen am Jahr 2000 um 50 Prozent zu senken. Das Hauptaugenmerk des Leitbildes liegt auf der Energieproduktion auf Basis erneuerbarer Energien, der Energieeinsparung und der Wärmeproduktion. Beim zweiten Baustein, der Energielandschaft, machte Morbach aus der Not eine Tugend. Als sich für die seit 1995 zur Verfügung stehende 146 Hektar große Fläche eines ehemaligen US-Munitionsdepots kein Investor fand, wurde im Frühjahr 2001 die Idee geboren, das Gelände für die Gewinnung von Wind- und Sonnenenergie zu nutzen. Aus diesem Gedanken hat sich die „Morbacher Energielandschaft“ entwickelt. In einer interdisziplinären Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung wurde ein Masterplan erarbeitet und mit dem Land Rheinland-Pfalz abgestimmt. Über die Medien und öffentliche Sitzungen wurde auch die Bevölkerung mit ins Boot genommen. Heute zeigt die Morbacher Energielandschaft unterschiedlichste Wege, um Energie zu erzeugen: Windkraftanlagen, Photovoltaikanlage, Biogasanlage, Holzpelletproduktionsanlage, Holzhackschnitzelheizwerk, Holzblockhäuser-Herstellung sowie solare Trinkwasseraufbereitungsanlagen. Der letzte Baustein schließlich ist der Energietourismus. Hier kann Morbach mit beeindruckenden Zahlen aufwarten. Seit 2002 haben über 18.000 Besucher aus 58 Ländern die Energielandschaft besichtigt und an Führungen teilgenommen. Ein Informationszentrum sowie ein Energie-Erlebnis-Pfad befinden sich in Bau. Die Gemeinde ist seit 2008 das erste deutsche Mitglied der „1. internationalen Energieschaustraße Europas“, einem Vorzeigeprojekt im Bereich Bewusstseinsbildung zu erneuerbaren Energien.
Video-Kurzportrait, Dauer: 05:15 Minuten, Format: Flash
32.000 Tonnen CO2-Emissionen werden jährlich gespart Die insgesamt bislang in Betrieb befindlichen Anlagen in der Morbacher Energielandschaft produzieren mit Wind, Sonne und Biomasse pro Jahr ca. 45 bis 50 Millionen Kilowattstunden Strom und 10,5 Millionen Kilowattstunden Wärme und sparen damit ca. 32.500 Tonnen klimaschädliches CO2 ein. Die Stromerzeugung reicht für 13.000 Haushalte, in der Gemeinde Morbach gibt es rund 4.400. Alle Anlagen arbeiten mit nachwachsenden Rohstoffen aus der Region und sollen weiter ausgebaut werden. Bis 2011 sollen durch konkrete bzw. in Baugenehmigung befindliche Planungen insgesamt über 45.500 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Um zu verhindern, dass die Energielandschaft nur auf den Energiepark begrenzt bleibt, hat die Gemeinde 2008 zwei Förderprogramme aufgelegt: das „Förderprogramm zur Stärkung der Ortskerne“ und das „Förderprogramm zur Energieeinsparung und zur Nutzung erneuerbarer Energie“. Beide führten bislang zu Investitionen von rund 2,3 Millionen Euro und werden 2009 weitergeführt. Zudem wurden öffentliche Gebäude in Morbach mit großen Photovoltaikanlagen bestückt; in der Gemeinde selbst ca. 450 Kilowatt-Peak Photovoltaik und 1.465 Quadratmeter thermische Solaranlagen. Das Rathaus sowie ein Bürgerhaus werden mit Holzpellets beheizt. Ein Dachflächenkataster für alle 19 Orte der Gemeinde ist in Arbeit. Des Weiteren ist ein Nahwärmenetz für den Ort Morbach in Planung, das durch ein großes Holzhackschnitzelheizkraftwerk gespeist werden soll, der Rohstoff stammt aus dem Gemeindewald Morbach, das Heizkraftwerk soll durch eine GmbH, deren einziger Gesellschafter die Gemeinde ist, geführt werden. Für die weiteren Ortsteile der Gemeinde ist eine Machbarkeitsstudie zu dezentralen Wärmenetzen in Planung. Verwendung des Preisgeldes Laut Wettbewerbsregeln müssen die Gewinner das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro wieder in die Umsetzung von Klimaschutz-Vorhaben investieren. Dazu Bürgermeister Gregor Eibes: „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung, die uns bestätigt, auf dem richtigen Weg zu sein. Wir werden das Preisgeld in eine computergestützte Visualisierung investieren, die den Besuchern der Energielandschaft Morbach die aktuellen Daten der Stromproduktion und CO2-Einsparungen vor Ort durch Windkraft, Photovoltaik und Biomasse darstellt. Damit können sich die Besucher jederzeit ein Bild von der aktuellen Stromproduktion in der Energielandschaft Morbach machen. Diese Daten werden auch den Schulen in Morbach zu Unterrichtszwecken zur Verfügung gestellt.“ Ansprechpartner: Michael Grehl Bauabteilung der Gemeindeverwaltung Morbach 06533/71317 mgrehl@morbach.de







