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Preisträgerin beim Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz 2010“

Kategorie 1

„Innovative technische und/oder bauliche Maßnahmen für den Klimaschutz in einem kommunalen Gebäude oder einer kommunalen Einrichtung“

Gemeinde Wiernsheim (Baden-Württemberg): „Kommunaler Plus-Energie-Kindergarten“

Wiernsheim erhielt die Auszeichnung für den Neubau des kommunalen Plus-Energie-Kindergartens. Das Gebäude zeichnet sich nicht allein durch eine sehr hohe Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarer Energien aus, mit der eingebauten Photovoltaikanlage erzeugt der in Passivhausbauweise errichtete Bau sogar mehr Strom, als gebraucht wird.

Stadt ist Vorbild beim klimafreundlichen Bauen
Kindergarten Wiernsheim Foto: United MotionBereits seit Jahren betreibt die Gemeinde Wiernsheim eine sehr aktive Klimaschutzpolitik und hat die wichtigsten Leitsätze in einem Energieleitbild formuliert. Als der Neubau des Kindergartens anstand, zögerte die Gemeinde nicht lange und entschied, nicht nur ein Passivhaus, sondern ein so genanntes Plus-Energie-Haus zu bauen, also ein Gebäude, das mehr Energie erzeugt, als es selbst benötigt. Zusätzlich sollte der Kindergarten auch als Seniorentreff dienen und damit generationenübergreifend genutzt werden.

Großen Wert legten die Bauherren auf eine effiziente Wärmedämmung aller Bauteile der Gebäudehülle. Bodenplatte, Außenwände und Dachflächen wurden mit unterschiedlich dicken Wärmedämmungen versehen. Sehr innovativ ist auch das Wiernsheimer Versorgungskonzept. Die Beheizung im Winter sowie eine mögliche Kühlung im Sommer erfolgen im Wesentlichen über eine Lüftungsanlage. Die Zuluft für die Lüftungsanlage wird in einem 250 Meter langen, in der Erde verlegten Kanal, einem Erdkollektor, durch das Erdreich vorgewärmt. Zur Wärmerückgewinnung aus der erwärmten Fortluft ist in die zentrale Lüftungsanlage zusätzlich ein Kreuzstromwärmetauscher eingebaut. Beide Maßnahmen, Erdwärmenutzung und Wärmerückgewinnung, bilden eine hocheffiziente Lüftungsanlage, die zu einer deutlichen Reduktion des Energiebedarfs bei der Nachheizung der Zuluft führt. Im Sommer trägt der Erdkollektor dazu bei, die frische Zuluft im Gebäude passiv zu kühlen und damit die Sommerlast des Gebäudes zu reduzieren. Durch die überdurchschnittliche Wärmedämmung und die hocheffiziente Lüftungsanlage liegt der errechnete Jahresheizenergiebedarf des Gebäudes bei 4.500 Kilowattstunden, was einem Jahresenergiebedarf von nur neun Kilowattstunden pro Quadratmeter entspricht und damit deutlich unter dem für ein Passivhaus geforderten Richtwert von 15 Kilowattstunden liegt.

Energieeffizienz und erneuerbare Energien als durchgehendes Konzept
Für viel Sonnenlicht sorgen große, nach Süden ausgerichtete Fenster. Sie sind dreifach verglast und haben einen U-Wert von 0,9. Auch in der Übergangszeit wird die tief stehende Sonne in das Gebäude geleitet und die eingestrahlte Energie in Form von Wärme in der massiven Wand zwischen den Gruppenräumen und dem Foyer gespeichert. Um Wärmeverluste zu minimieren, wurden alle nach Norden gehenden Fenster klein gehalten. Grundsätzlich erfolgt die Beheizung bzw. Kühlung des Gebäudes über die Lüftungsanlage, im Erdgeschoss gibt es jedoch zusätzlich eine Fußbodenheizung. Für die Erwärmung der angesaugten Zuluft und des Heizwassers für die Fußbodenheizung sorgt eine Erdwärmepumpe, die über 75 Prozent der benötigten Wärme erzeugt.

Den im Gebäude benötigten Strom liefert eine Photovoltaikanlage mit einer Fläche von 253 Quadratmetern, die in das gewölbte Metalldach integriert wurde. Der errechnete Jahresstromertrag liegt bei 9.110 Kilowattstunden, der Gesamtstromverbrauch bei nur 8.760 Kilowattstunden pro Jahr. Das ergibt einen Stromüberschuss von 350 Kilowattstunden. Gegenüber dem alten Kindergarten haben sich die CO2-Emissionen um 23,3 Tonnen pro Jahr reduziert.

Abgerundet wird das Konzept der größtmöglichen Energieeffizienz durch die Ausstattung aller Räume mit Sensoren und Aktoren, die über ein Bussystem verbunden sind. Sobald ein Sensor beispielsweise ein offenes Fenster erkennt, schaltet sich in dieser Zone die Lüftungsanlage ab. Bewegungs- und Helligkeitssensoren sorgen zusätzlich für eine bedarfsgerechte Beleuchtung.

 

Video-Kurzportrait, Dauer: 04:16 Minuten, Format: Flash

 

Verwendung des Preisgeldes
Laut Wettbewerbsregeln müssen die Gewinner das Preisgeld in Höhe von 40.000 Euro wieder in die Umsetzung von Klimaschutz-Vorhaben investieren. Dazu Bürgermeister Karlheinz Oehler aus Wiernsheim "Der Preis stellt für die Gemeinde einen weiteren Ansporn für den künftigen Klimaschutz dar. Das Preisgeld wird daher für den Neubau des Bildungszentrums in Wiernsheim zur Verfügung gestellt. Auch hier ist das Ziel, ein energetisch anspruchsvolles Gebäude mit Vorbildcharakter zu schaffen.“

Ansprechpartner:
Jürgen Zipfel
Bauverwaltungsamtsleiter
07044/23161
zipfel@wiernsheim.de

 



 
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