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Preisträger beim Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz 2011“
Kategorie 1
„Innovative technische und/oder bauliche Maßnahmen für den Klimaschutz in einem kommunalen Gebäude oder einer kommunalen Einrichtung“
Landkreis Görlitz (Sachsen): „Energetische Sanierung des Schulkomplexes Olbersdorf bei Zittau“
Mit der Sanierung des Olbersdorfer Schulkomplexes zeigt der Landkreis Görlitz, dass energetisch effiziente Lösungen auch im Bereich des Denkmalschutzes möglich sind. Die hier gewählten innovativen und besonders energieeffizienten Technologien tragen außerdem dazu bei, ein optimales Lernumfeld zu schaffen.
Ein Denkmal wird zur Wohlfühl-Schule
Der Beschluss zur Sanierung des Schulkomplexes in Olbersdorf fiel im Frühjahr 2007. Zuvor waren im Rahmen der Schulnetzplanung des Landkreises alle Standorte auf ihren Energieverbrauch und den CO2-Ausstoß hin untersucht worden. Das architektonisch einmalige Gebäude an der Verbindungsstraße zwischen Zittau und Olbersdorf hatte schon 1924 als Baumodell auf der Pariser Weltausstellung fungiert. Das Kulturdenkmal gilt als bedeutendes regionales Beispiel für den sächsischen Schulbau der Weimarer Republik. Seit 2006 stand es leer.
Jährlich 100 Tonnen CO2 sparen
Ziel der Sanierung war es, den Energiebedarf so gering wie möglich zu halten, und gleichzeitig eine vorbildliche Lernumgebung zu schaffen, in der sich die Schüler wohlfühlen. Und dies sowohl unter ökologischen wie - angesichts steigender Energiepreise - ökonomischen Gesichtspunkten. Gutes Lernen verlangt gute Luft – deshalb setzte der Landkreis auf ein Konzept, das vernünftige Lüftungsmöglichkeiten für ein gutes Raumklima und möglichst viel Tageslichtnutzung vorsah. Außerdem sollten Wände und Decken akustisch optimal gestaltet werden, um eine bessere Sprachverständlichkeit zu erreichen. Den jährlichen Primärenergiebedarf für Heizung, Belüftung und Hilfsenergie beschränkten die Planer auf rund 35 Kilowattstunden pro Quadratmeter Gebäudenutzfläche (kWh/m2). Das entspricht in etwa einer jährlichen CO2-Einsparung von 100 Tonnen im Vergleich zum unsanierten Zustand.
Im Rahmen eines Forschungsprojektes kooperierte der Landkreis bei der Schulsanierung mit der Hochschule Zittau/Görlitz. So ließen sich innovative und besonders energieeffiziente Verfahren einsetzen. Vorgaben des Denkmalschutzes erforderten die Fassadendämmung mit Hilfe eines Verbundsystems (EPS = Expandierter Polystyrol Schaum), das zur besseren Wärmedämmung mit Graphit versetzt ist. Die Schullüftung erfolgt nun über Zuluft-Kastenfenster, die über eine CO2-Abluftanlage gesteuert werden. Lichtschächte und Lichtlenkeinrichtungen sorgen für eine ausreichende Versorgung mit Tageslicht. Reicht das Tageslicht nicht aus, schaltet eine automatische Lichtsteuerung Kunstlicht hinzu. Auch die Abschaltung des Lichtes nach Schulschluss erfolgt automatisch. Geheizt wird mit Umweltenergie und mit Hilfe einer Gaswärmepumpe. Die Finanzierung der Sanierung erfolgte zu insgesamt 80 Prozent aus Fördermitteln des Bundes und des Freistaates Sachsen und zu 20 Prozent aus Eigenmitteln des Landkreises. Die Kosten lagen bei rund 8,8 Millionen Euro.
Video-Kurzportrait, Dauer: 04:48 Minuten, Format: Flash
Verwendung des Preisgeldes
Laut Wettbewerbsregeln müssen die Gewinner das Preisgeld in Höhe von 40.000 Euro wieder in die Umsetzung von Klimaschutz-Vorhaben investieren. Landrat Bernd Lange dazu: „Gemeinsam mit dem zuständigen Bauamt und dem Schulamt haben wir überlegt, das Preisgeld für die weitere energetische Sanierung in der Olbersdorfer Schule einzusetzen.“
Ansprechpartner:
Dieter Peschel
Amtsleiter Hoch- und Tiefbau
Tel.: 03588/285-793
E-Mail: dieter.peschel@kreis-gr.de
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| Foto (©United Motion) LK Görlitz - Schulkomplex Olbersdorf |
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