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Preisträger beim Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz 2011“
Kategorie 3
„Erfolgreich umgesetzte, innovative Aktionen zur Beteiligung und Motivation der Bevölkerung bei der Realisierung von Klimaschutzmaßnahmen“
Stadt Karlsruhe (Baden-Württemberg): „Ich mach Klima“
Hinter dem Titel „Ich mach Klima“ verbirgt sich die innovative Idee eines Klima-Vertrages, bei dem sich die Bürgerinnen und Bürger symbolisch und praktisch zum Klimaschutz verpflichten. In einer breit angelegten Mitmachaktion hat die Stadt Karlsruhe die Menschen gezielt angesprochen und mit vielfältigen Aktionen zum praktischen Klimaschutz motiviert. Die Idee der freiwilligen Selbstverpflichtung hat wegweisenden Charakter.
Selbstverpflichtung für die Zukunft: Der Klima-Vertrag
Schon lange macht sich Karlsruhe für die Themen Umweltschutz und Energieeinsparung stark. 2009 startete die Stadt unter dem Motto „Ich mach Klima“ eine einjährige Kampagne, um die Bürgerinnen und Bürger aktiv zum Klimaschutz zu bewegen. Eine Mitmach-Kampagne, die in Fragen der Klimapolitik auch für andere Kommunen wegweisend werden kann.
Herzstück der strategisch breit angelegten Initiative bildete der sogenannte Klima-Vertrag, bei dem jede Karlsruherin und jeder Karlsruher für ein Jahr lang eine eigene, freiwillige und symbolische Abmachung zum Schutz des Klimas treffen konnte. Eine innovative Idee, die darauf setzte, dass Klimaschutz auch mit Spaß und Kreativität verbunden sein kann. Knapp 1.700 Menschen ließen sich überzeugen und machten mit. Dabei wählten sie aus 33 Klimasparvorschlägen solche Maßnahmen aus, die sie künftig umsetzen wollen. Allesamt einfache und gut in den Alltag integrierbare Verhaltensweisen wie richtiges Lüften, Vermeiden des Standby-Modus von Elektrogeräten, Benutzen von Stofftaschen, Rad- statt Autofahren oder der Einkauf von saisonalen Lebensmitteln aus der Region. Weitere Tipps und Informationen zu den 33 vorgeschlagenen Maßnahmen ließen sich einer ergänzenden Broschüre entnehmen.
Jede ausgewählte Klimaschutz-Aktivität bekam eine Punktzahl, die sich am CO2-Einsparpotenzial orientierte. Legt man zu Grunde, dass es bei jedem der rund 1.700 Klima-Verträge zu einer durchschnittlichen Reduktion von 500 Kilogramm CO2 kam, konnten in Karlsruhe durch die Aktion etwa 850 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen eingespart werden. Ein Erfolg, der sich sehen lassen kann. Doch außer einem guten Gewissen gab es für die Teilnehmer noch mehr zu gewinnen: Im November 2010 verloste die Stadt thematisch passende und gesponserte Preise, wie beispielsweise eine klimafreundliche Reise, besonders sparsame Kühlschränke und Carsharing-Mitgliedschaften.
Eine Klima-Kampagne mit Witz und Kreativität
Aber nicht nur der Klima-Vertrag kam bei der Bevölkerung gut an. Thematisch an die Klimaspartipps angelehnt, folgten 2010 alle zwei Monate besondere Aktionen. So definierte sich der Obststand auf dem Wochenmarkt zum „Energiespar-Birnen-Stand“ um, die Klima-Modenschau zeigte ökologisch und nachhaltig hergestellte Kleidungsstücke und an der „Klima-Tankstelle“ ließen sich Kfz-Besitzerinnen und -besitzer über Ressourcen schonende Fahrweisen informieren. Unter dem Namen „Klimalinge“, machten Kindergartenkinder Erwachsene in Video-Clips auf falsches Verhalten aufmerksam. Zu sehen auf der Website www.ich-mach-klima.de, die eigens für die Kampagne eingerichtet wurde. Das Solar-Eismobil, ein per Photovoltaik betriebenes Lastenfahrrad, fuhr im Sommer 2010 als mobile Eisdiele durch die Stadt. Begleitet wurden alle Aktionen durch Gewinnspiele. Auch hier ging es um Klimaschutz und Energiesparen. So machten die Teilnehmer beim Preisausschreiben „24 Stunden ohne Strom“ beispielsweise Vorschläge, wie ein Tag ganz ohne Elektrizität aussehen kann.
Darüber hinaus setzte die Stadt Karlsruhe über den gesamten Aktionszeitraum hinweg auf eine pressewirksame Öffentlichkeitsarbeit. Eigens für die Kampagne produzierte Rundfunk-Spots und Plakate bewarben den Klimavertrag. Finanziert wurde das Projekt durch Eigenmittel der Stadt. Die Preise für Gewinnspiele und Endverlosung stellten Sponsoren. Eingebunden war die Aktion „Ich mach Klima“ in die übergeordnete Kampagne „Karlsruhe macht Klima“, die eine Bündelungsfunktion für zahlreiche und langjährige Klimaschutz-Aktivitäten der Stadt darstellt, wie beispielsweise den „Tag der erneuerbaren Energien“.
Video-Kurzportrait, Dauer: 04:53 Minuten, Format: Flash
Verwendung des Preisgeldes
Laut Wettbewerbsregeln müssen die Gewinner das Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro wieder in die Umsetzung von Klimaschutz-Vorhaben investieren. Dazu Umweltbürgermeister Klaus Stapf: „Wir werden mit dem Preisgeld im nächsten Jahr die Klimaschutzkampagne fortführen. Als neue Aktion planen wir eine Art „Klimawette“, mit der wir wieder gezielt Haushalte einbinden und auf originelle Weise Einsparmaßnahmen im Alltag beleuchten wollen.“
Ansprechpartner:
Dr. Volker Hahn
Umwelt- und Arbeitsschutz
Tel. 0721/1333101
E-Mail: umwelt-arbeitsschutz@karlsruhe.de
| Download | ||
| Foto (©United Motion) Karlsruhe - Kampagne "Ich mach Klima" |
TIF | 6 MB |
| Broschüre "Ich mach Klima - Dokumentation der Klimaschutzkampagne" | 12 MB | |







